Schatzfinder

Gestern durfte ich beim Jugendgottesdienst in Traun predigen, hier in Textform:

Die Schriftlesung war Jesaja 9:1
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht... Gerade ist Advent. Eine Zeit der Vorbereitung. Das große Fest rückt recht schnell näher und es ist viel zu tun. Die Tage werden immer kürzer, die Nächte immer länger. Draußen ist es oft finster und kalt. Und wegen der Kälte wärmen wir uns gerne am Punschstand mit einem heißen Getränk während die Lichter vom Christkindlmarkt in der Dunkelheit leuchten. Vielleicht fallen uns die Lichter gerade dort auf, weil es rundherum dunkel ist.

Ist es nicht oft so, dass ein großer Kontrast uns eine Tatsache erst so richtig bewusst macht? Manchmal sagen wir, dass wir dankbar sein müssen für die Dinge die wir für selbstverständlich halten, für das warme Essen, für die Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Aber, wenn wir uns ehrlich sind, kommt meistens keine große Dankbarkeit auf. Wenige von uns wissen, was es bedeutet kein Dach über dem Kopf zu haben, keine Kleidung zu besitzen und kein warmes Essen zu haben. Diese Dinge sind für uns meistens selbstverständlich.
Stellen wir uns vor, dass uns jemand auf der Straße begegnet und uns eine warme Suppe anbietet. Wir werden uns vielleicht bedanken und das Angebot gerne annehmen, wenn wir gerade hungrig sind. Es könnte aber auch gut sein, dass wir dankend ablehnen.
Wie wird sich aber ein Mensch, der sich im hohen Gebirge verirrt hat, verhalten, nachdem er tagelang nichts gegessen hat? Jemand der schon überlegt, wie lange er wohl noch weitersuchen kann, bevor er wegen Erschöpfung und Hunger zusammenbricht. Jemand der bereits die Hoffnung aufgegeben hat noch die nächste Hütte zu erreichen. Stellt euch vor, dass ein Wanderer ihn zufällig findet ihn und ihm Wasser und ein Stück Brot anbietet? Dieser Mensch wird jubeln! Vielleicht wird er aus Dankbarkeit auf die Knie fallen mit Tränen der Freude im Gesicht. Wie groß wird seine Freude sein über ein paar Schluck Wasser und ein Stück Brot? Er wird später seinen Kindern von diesem Wanderer berichten, der ihm ind er größten Not das Leben gerettet hat.
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

In der Geschichte die wir uns heute gemeinsam ansehen werden geht es ähnlich zu. Wir lesen im zweiten Buch der Könige im siebten Kapitel, dass Samaria belagert wird. Die Aramäer, ein großes und mächtiges Volk, sind gegen Israel in den Krieg gezogen. Die Lage ist inzwischen so schlimm, dass es kaum mehr Nahrung in der Stadt gibt und die Belagerung macht es unmöglich die Stadt zu verlassen und Hilfe zu holen. Die Lage ist wirklich hoffnungslos. In Vers drei lesen wir:
(7:3-4) Vor den Stadttoren saßen vier Aussätzige. »Warum sollen wir hier warten, bis wir sterben?«, fragten sie sich. 4 »Wenn wir hier bleiben, sterben wir, und wenn wir in die Stadt zurückgehen, wo der Hunger herrscht, sterben wir auch. Wir können genauso gut hingehen und uns den Aramäern ergeben. Wenn sie uns am Leben lassen, umso besser. Wenn sie uns töten - nun, dann sterben wir eben.«
Zu ihrer großen Überraschung finden sie aber das Lager der Feinde verlassen. In großer Hast sind die Aramäer geflohen, weil Gott selbst sie vertrieben hatte. Sie haben plötzlich laute Geräusche wie von einem riesigen Heer gehört und haben gedacht, dass die Ägypter und Hetiter Israel zu Hilfe gekommen sind. Sie müssen wirklich Hals über Kopf geflohen sein. Denn als die Aussätzigen ins Lager kommen finden sie Zelte, Pferde und Esel. Außerdem finden sie Nahrung im Überfluss und einen Schatz aus Gold und Silber. Zuerst gehen sie in zwei Zelte und vergraben die Schätze, dann lesen wir weiter in Vers neun:
Schließlich sagten sie zueinander: »Wir handeln nicht richtig, wenn wir die gute Nachricht dieses Tages nicht weitersagen. Wenn wir bis morgen warten, machen wir uns schuldig....«
Also machen sie sich auf und erzählen es in der Stadt, und so wurde die Stadt gerettet.
Diese Geschichte ist, wie sehr vieles im Alten Testament, ein Schatten von dem was später passieren würde. Die Israeliten haben gesündigt und deshalb hat Gott zugelassen, dass ein fremdes Volk das Land angreift. Dieses Volk ist so stark, dass sie es nicht besiegen konnten. Die Menschen befanden sich in einer befestigte Stadt, aber alles was sie tun konnten war abzuwarten, bis der Feind sie überwältigen würde. Es war nur mehr eine Frage der Zeit.

Uns geht es nicht anders. Wir leben in einer gefallen Welt, einer Welt die voll ist von Bosheit, Gewalt & Krieg, Lüge, Neid, Stolz,Grausamkeit und Egoismus. Die Nachrichten in der Zeitung und im Fernsehen übertreiben nicht. Im Gegenteil, sie können gar nicht das ganze Ausmaß der Not in dieser Welt berichten. Die Bibel macht kein Geheimnis daraus, wer Schuld an diesem Leid ist. Im Markus Evangelium lesen wir:
7:21-23 Denn von innen, aus dem Herzen eines Menschen, kommen böse Gedanken wie Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Vergnügungssucht, Neid, Verleumdung, Stolz und Unvernunft. Alle diese üblen Dinge kommen von innen heraus;
und es ist wirklich so:
Von den Staatschefs, bis hin zu einem Sozialarbeiter. Niemand ist frei von Schuld. Wenn wir in die Welt sehen, und sehen wie Dunkel sie oft ist, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir mitschuldig sind. Soviel Leid entsteht, weil wir einander betrügen und belügen. Das ist die Dunkelheit von der im Buch Jesaja geschrieben wird. Das Volk das im Dunklen wandelt... Und gleichzeitig können wir uns nicht retten. Wir können und sollen uns zwar bemühen, aber wir müssen einsehen, dass die Welt nicht von uns gerettet werden kann. Wir können uns nicht einmal selbst retten. Wie die Israeliten in Samaria hilflos waren, so können auch wir den Feind nicht besiegen. Das Böse kommt aus unserem menschlichen Herz. Wir leben in einer gefallenen Welt und können es nicht ändern.

Den Aussätzigen ist ihre Lage klar, sie machen sich nichts vor. Sie sind sich, vielleicht noch mehr als die anderen in der Stadt, ihrer Lage bewusst und versuchen sich irgendwie zu retten. Die Sache wäre vermutlich auch gar nicht gut ausgegangen. Wer weiß was die Aramäer mit den Leuten gemacht hätten. Aber Gott hatte in seiner Gnade beschlossen den Feind in die Flucht zu schlagen. Und so treffen diese vier Männer, die nichts hatten außer ihrer Kleider am Körper, auf ein, in wilder Flucht verlassenes, Feindeslager. Sie sehen die Zelte voller Nahrung, Kleider und sogar Schätze aus Gold und Silber.

Ist es nicht genauso mit jedem Christen? Haben wir nicht den größten aller Schätze gefunden, als wir Jesus gefunden haben? Gott hat unsere Feinde vertrieben und uns wie dem Mann der sich im tiefsten Gebirge verirrt hatte, der keine Hoffnung mehr hatte, die Rettung angeboten. Aber nicht ein Stück Brot und Wasser, wie in dem Vergleich zu beginn. Nein! Wie die vier Aussätzigen haben wir einen Schatz gefunden. Einen Schatz so groß und reich, dass wir unseren Augen gar nicht trauen können, wenn wir ihn sehen. Gott sandte seinen eigenen Sohn auf die Erde und ließ ihn für unsere Schuld, für die ganze Dunkelheit in unseren Herzen, am Kreuz für uns sterben. Damit nicht wir die wohlverdiente Strafe tragen müssen. Damit nicht wir umkommen und für immer verloren gehen. Unser Herr Jesus hat den Feind in die Flucht geschlagen. Und Er ist vom Tod auferstanden damit wir mit ihm auferstehen und ein neues Leben bekommen. Er hat uns damit alles Geschenkt. Keine größere Liebe wurde je bewiesen, nie hat jemand mehr Gnade und Barmherzigkeit gezeigt. Denn obwohl wir den Tod verdienen, werden wir doch leben, wenn wir unsere Hoffnung in Jesus setzen. Wenn wir ihm angehören sind wir von aller Schuld befreit und haben in ihm das ewige Leben. Paulus der Apostel schreibt in seinem Brief an die Galater über dieses neue Leben: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

Je mehr wir diese Tatsache begreifen, desto größer wird unsere Freude werden. Bis in alle Ewigkeit werden wir nicht aufhören zu staunen und zu Jubeln über Gottes Liebe, die er an uns bewiesen hat.

Für diejenigen von uns, die ihr Leben Jesus gegeben haben, die ihm angehören und diese Freude am eigenen Leib erfahren haben, möchte ich den neunten Vers noch einmal vorlesen:
Schließlich sagten sie zueinander: »Wir handeln nicht richtig, wenn wir die gute Nachricht dieses Tages nicht weitersagen. Wenn wir bis morgen warten, machen wir uns schuldig....«

Wir kennen den Auftrag Jesus, dass wir die Frohe Botschaft bis ans Ende der Welt tragen sollen so wie auch die Aussätzigen schnell begriffen, dass sie den anderen Bescheid geben mussten. Und wie könnten wir diese Nachricht der Rettung für uns behalten? Wie können wir, wenn wir diese Freude erlebt haben, sie nicht teilen wollen? Ich meine nicht zwanghaft und weil wir das Gefühl haben, dass wir es müssen, sondern aus Freude. Wovon unser Herz voll ist, davon geht unser Mund über.

Und für diejenigen von euch, die diese Freude noch nicht am eigen Leib erfahren haben, die sich noch nie für Gott entschieden haben und seine Rettung bisher nicht annehmen wollten. Ich möchte euch auffordern und ermutigenzu Gott umzukehren. Wer selbst der Herr sein will in seinem Leben, hat nicht viel worauf er hoffen kann. Kein Licht scheint für ihn in der Dunkelheit. Aber wer Gott sein Leben anvertraut und ihm die Herrschaft überlässt, wird die Freude erleben von Gott gerettet zu werden. Es gibt keine Rettung außer durch Gott. Jesus ist das Licht der Welt das in die Dunkelheit scheint, niemand sonst. Die Bibel bezeugt es uns so deutlich.
Die Welt wird bis zum letzten Gericht, wenn Jesus wiederkommt, dunkel bleiben, aber in deinem Leben kann es hell werden.
Denn Gott kann uns in jedem Leid trösten und Er gibt uns Hoffnung die über den Tod hinausgeht. Suche ihn mit ganzem Herzen, er wird sich finden lassen. Glaub der Botschaft von seiner Liebe.

über mich

Ich bin Christ, studiere technische Mathematik, mache gerne Musik. In diesem Blog findet ihr Gedanken und Texte zu verschiedenen Themen die ich von Zeit zu Zeit schreibe. Über Anregungen, Kritik und sonstiges freue ich mich im Allgemeinen sehr :) -david

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